Ihr seid doch behindert!

Achtung dieser Post wird schnulzig!

Wie ihr wisst arbeite ich ab und an für Össur als Demo-Anwenderin. Wobei ich immer noch den Begriff Prothesenmodel passender und cooler finde, aber so nennt sich das eben. Letztes Mal habe ich den Cheetah Xplore vorgestellt, meine Sportbeine. Für die OT World 2018 habe ich kurz vorher meine „Messeprothesen“ bekommen. Bereits die erste Anprobe war super. Gut, mein Techniker Martin kann meine Beine mittlerweile gefühlt blind bauen und es läuft wort wörtlich, aber das Feeling mit diesem neuen Fuß (Proflex Align) ist echt ziemlich nah an dem, wie ich einen echten Fuß in Erinnerung habe. Als hätte ich wieder einen Knöchel. Das klingt für viele vielleicht erstmal banal, aber wer schon mal eine Schiene, ein Gipsbein oder sowas hatte, der weiß wie sehr das Laufen mit weniger Gelenk oder Muskel zur Verfügung anstrengt. Mit einem Knopf statt Knöchel am Gelenk, kann ich den Fuß außerdem manuell bis zu sieben Zentimeter verstellen.  Brauch man nicht, brauch ICH aber! Ich musste zwar vor der Messe unter Zeitdruck Schuhe kaufen, aber das hat noch nie so viel Spaß gemacht. Keine extra Beine und kein Lineal (oder ein abgemessenes Stück Strohhalm) mehr zum Schuhe kaufen. Keine Frustration mehr, weil der Absatz doch einen halben Zentimeter zu hoch oder niedrig ist. Einfach Schuhe kaufen weil sie mir gefallen. Ich hoffe der Ein oder Andere kann meine Euphorie wenigstens so halb nachvollziehen…

Naja von den super Füßen ganz zu schweigen, war die Ankunft in Leipzig kein Dienstbeginn, sondern ein einziges Wiedersehen. Meine Christina war dabei, ein Teil der Crew vom letzten Mal und viele neue Gesichter, die ich sofort ins Herz geschlossen habe. Die OT-World ist einfach wie eine andere Welt. Noch nie habe ich soviele Menschen ohne Beine, aber mit den coolsten Prothesen, auf einem Haufen gesehen. Es ist wie eine riesen Community mit so ziemlich dem derbsten Humor den ihr euch vorstellen könnt. Ich habe wirklich täglich Tränen gelacht. Wer mir auf Instagram folgt, hat vielleicht ein bisschen davon mitbekommen. Von Beine durch den Hotelflur tragen, über Fuß abmachen und abhauen, bis „Ihr seid doch behindert“, was im Crew-Bus morgens auf jeden zugetroffen hat, war alles dabei.

Und ich muss sagen, ich war noch nie so gerne behindert und hab mich gleichzeitig so normal gefühlt, wie auf dieser Messe.

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Danke Leipzig, es war mir ein Fest! 💙

 

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