Du kannst dich schon verstecken, aber dann sieht dich halt keiner…

Die Sonne knallt, 30 Grad und keine Wolke am Himmel. Hochsommer, wie damals bei meiner Geburt (Quelle Mama). Na wer hat da Lust auf eine lange Jeans?

Ich auch nicht – nicht mehr! Deswegen sitze ich auch gerade in Shorts in der Bahn. Mit den neuen Prothesen, ohne Kosmetik in pseudo-Hautfarbe. Und stellt euch vor, es tut nichtmal weh. Unglaublich im Vergleich zu meiner ersten Bahnfahrt in kurzer Hose, letztes Jahr in Köln. Wer den Eintrag von damals gelesen hat weiß, mein Puls war gefühlt bei 230, höher als beim Fallschirmsprung.

Ähnlich lief es auch mit Fotos. Ein Fotoshooting mit sichtbarer Prothese bei dem schöne Bilder rauskommen? Undenkbar. Unter Menschen, die dann wegen Kamera und Beinen gleichzeitig gucken? Undenkbar.

Und dann hab ichs einfach gemacht, mit Kosmetik und halblangem Rock. Heute lache ich darüber, denn das hat mit offenem Zeigen noch nicht viel zu tun gehabt. Aber es war wichtig. Wichtig als erste Höhenmeter auf den Berg, der sich Selbstbewusstsein nennt. Je höher ich komme, desto weiter kann ich zurück blicken. Nach unten auf die Steine, die ich überwunden habe. Aber auch nach vorne, auf die Ziele die es noch zu erreichen gilt.

Ohne Licht bleibt’s dunkel

Am Mittwoch hatte ich das zweite Fotoshooting. Schwarze Prothese, strahlendes Lachen. Denn ich hatte Spaß und keine Angst vor dem was andere denken. Scheinbar strahle ich das auch endlich aus – weil ich es fühle.

Jedenfalls wurde mir das in letzter Zeit sehr oft gesagt. Egal ob auf dem World Fitness Day, beim Arzt oder auf Instagram. Ein schöneres Feedback gibt es nicht. Und die Menschen kommen auf mich zu, statt nur zu gucken als wäre ich von einem anderen Stern. Das war das Ziel!

Ich dachte immer, die Prothesen leuchten wie ein Blaulicht auf meinem Kopf. Doch das habe nur ich gesehen. Vielleicht war das ein Signal an mich, endlich an den Selbstzweifeln vorbeizuziehen.

Du hast zwei Optionen: entweder machst du das Licht aus und bleibst auf der Schattenseite, oder du entscheidest dich einfach zu leuchten und vielleicht auch anderen Licht zu spenden.

Den Weg musst du alleine gehen, aber du gehst ihn für dich. Und jeder Stein der im Weg ist, kann ein neuer Aussichtspunkt sein.

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