Wieder im Sattel

Freunde ich schwebe auf Wolke 7. Endlich kann ich mich wieder selbst um mein Pferd kümmern und auch wieder reiten. Es fühlt sich an wie Weihnachten und zu meiner Überraschung weiß ich nach knapp drei Monaten sogar noch wie es geht. Mein Bein hat sich nicht quer gestellt und ich glaube hiermit ist die Ehekrise überstanden. Sogar nach dem Absteigen konnte ich noch schmerzfrei laufen. I’m back!

Die nächste Baustelle ist dann der Trainingsraum. Aber je nach Gewichteinstellung dürfte  die Beinpresse sogar harmloser als laufen sein. Ich hoffe nur meine Sportprothesen sitzen noch genauso gut wie vorher und brechen keinen neuen Krieg mit meinem Stumpf vom Zaun. Aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Ansonsten gibt es ja fürs Erste genug andere Trainingsmöglichkeiten und vom Reiten krieg ich zu 100% auch erstmal Muskelkater. Das Gemeine ist nämlich, dass der Körper unbenutzte Muskeln unverzüglich abbaut und Fehhaltungen sowieso bestraft. Nun ist es kein Geheimniss dass das Rumhüpfen auf einem Prothesenbein mit Krücken nicht unbedingt förderlich für Hüftstellung oder Schulterverspannungen ist. Ein Bein gar nicht nutzen, zu 90% sitzen und den Rest mit Krücken auf einer Prothese laufen, ist also auf Dauer keine Wohltat gewesen. Jetzt muss der Körper das alles wieder neu justieren. Nachdem ich die Krücken los war, hatte ich sogar Muskelkater von den fünf Schritten zum Auto und dachte die Treppe bringt mich um. Und das, nachdem ich 2016 noch auf den Kölner Dom gekraxelt bin. Gut, das Sauerstoffzelt hab ich knapp verfehlt aber hey, der ist auch voll hoch! Da muss ich jetzt bis zu meinem Praxissemester auf dem Stepper erstmal wieder hinarbeiten. Meinen Rollstuhl hab ich jedenfalls auch endlich aus der Wohnung in den Keller geschafft. Es war mir eine Freude! Ich hoffe er darf jetzt erstmal einstauben.
Aufrecht Gehen erleichtert mir den Blick nach vorn jedenfalls enorm. Die kleinen Dinge im Leben die einen selbstständig machen, die schätze ich nun um so mehr. Auch wenn ich mir früher selbst nicht geglaubt hätte, dass ich mich mal freue das Bad zu putzen nur weil ichs kann. Ich bin mir zwar sicher, diese Freude währt nicht lange, aber die allgemeine Wertschätzung des Alltags, die habe ich nun denke ich wiedergefunden.

Bis dann
eure Lisa

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